Baufinanzierungslexikon L

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Fachbegriffe der Baufinanzierung (L)

Die Begriffe der Baufinanzierung sind nicht immer leicht zu verstehen. Unser Baufinanzierungslexikon erklärt Ihnen einfach die gängigen Begriffe im Baufinanzierungsbereich.

Baufinanzierung verständlich erklärt

Als Langfristzinsen werden die Zinssätze bezeichnet, die Banken für Darlehen mit einem Zeitraum von zehn Jahren oder mehr in Rechnung stellen. Die Langfristzinsen sind die maßgebliche Größe bei Immobilienfinanzierungen, da sich diese in der Regel über einen sehr langen Zeitraum hinziehen.
Lastenzuschuss nennt man in Deutschland die Unterstützung des Staates für Bürger, die aufgrund ihres geringen Einkommens einen Zuschuss zu den Kosten von selbst genutztem Wohneigentum erhalten. Die Höhe des Lastenzuschuss hängt ab von der Anzahl der Familienmitglieder im Haushalt, der Höhe des anrechenbaren Familieneinkommens sowie der zu berücksichtigenden Belastung. Kunden, die bei der zuständigen Behörde einen Lastenzuschuss beantragen, werden aufgefordert eine ausgefüllte Fremdmittelbescheinigung der finanzierenden Bank einzureichen.
Als Laufzeit-Mix wird ein Finanzierungsmodell im Bereich der Baufinanzierung verstanden, bei dem der benötigte Kreditanteil sowohl über ein Darlehen mit einer Zinsbindung als auch über eines mit einer variablen Verzinsung aufgenommen wird. Das Modell bietet für Kreditnehmer den Vorteil, dass nicht für die gesamte Kreditsumme die Kosten für die Zinsbindung und die lange Laufzeit in Anspruch genommen werden müssen. Langfristige Darlehen sind in der Regel deutlich teurer als solche mit einer kurzen Laufzeit. Über die Totalperiode lassen sich so erhebliche Kosten sparen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Zinsniveau nicht deutlich ansteigt, da in diesem Fall die Kosten für das variable Darlehen signifikant ansteigen. Ein Stück weit Risiko muss also jeder Kreditnehmer, der sich für einen Laufzeit-Mix entscheidet, tragen.
Die Laufzeitstruktur einer Baufinanzierung ergibt sich aus den Fälligkeiten der einzelnen Darlehen. Im einfachsten Fall wird nur ein einziges Darlehen aufgenommen und in monatlich gleich hohen Raten über einen bestimmten Zeitraum vollständig getilgt. Ebenso möglich ist die Aufnahme eines Darlehens, bei dem während der Laufzeit nur die auf den valutierenden Kreditbetrag anfallenden Zinsen bezahlt werden. In diesen Fällen erfolgt die Tilgung dann über einen Tilgungsersatzträger, bei dem es sich in den meisten Fällen um einen Bausparvertrag und seltener um eine Lebensversicherung mit kapitalbildender Komponente handelt.
Bei der Konzeption einer Baufinanzierung ist es erforderlich, alle Einnahmen und Ausgaben des Haushalts im Detail aufzulisten. Diese Maßnahme dient dazu, den für den Kapitaldienst zur Verfügung stehenden Freiraum zu ermitteln, aus dem dann der anfängliche Tilgungssatz abgeleitet werden kann. Zu den regelmäßigen Ausgaben gehören insbesondere die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Zu diesen zählen die Ausgaben für Nahrung, Lebensmittel, Kleidung und andere Verbrauchsgüter. Die Lebenshaltungskosten können auch erweitert angesetzt und um Posten wie Rücklagen für Reparaturen, Urlaub usw. ergänzt werden. Einfacher ist es jedoch im Regelfall, diese Posten separat zu führen und die Lebenshaltungskosten auf die Ausgaben zu reduzieren, die im alltäglichen Bedarf anfallen.
Als Leerstand wird ein Zustand bezeichnet, in dem eine Immobilie, die zur Vermietung bestimmt ist, nicht vermietet werden kann, weil die entsprechende Nachfrage nach dem jeweiligen Objekt als Wohnraum nicht ausreicht. Leerstand ist für Vermieter in wirtschaftlicher Hinsicht außerordentlich nachteilig, weil die laufenden Einnahmen durch Mieten entfallen, die Belastungen einer auf Kredit finanzierten Wohnung durch den zur Tilgung des aufgenommenen Darlehens zu entrichtenden Kapitaldienst aber weiterhin zu tragen sind. Zusätzlich muss der Vermieter einer Immobilie deren Betriebskosten vollständig aus eigener Tasche zahlen und kann sie nicht auf den Mieter umlegen. Die Kalkulation, die einem Immobilienkauf zugrunde liegt, wird durch einen dauerhaften Leerstand des Objektes hinfällig.
Das Leerstandsrisiko betrifft Eigentümer von Immobilien, die diese vermieten. Die regelmäßigen Mieteinnahmen sind oft elementarer Bestandteil der Finanzplanung und werden zur Finanzierung des Hypothekenkredites benötigt. Es kann jedoch keinesfalls gewährleistet werden, dass dauerhaft und ohne Unterbrechung ein Mieter gefunden wird, der bereit ist, die Miete zu zahlen. Deshalb muss jeder Vermieter mit dem Leerstandsrisiko leben.
Als Leitzins wird ein direkt oder indirekt von der Zentralbank gesteuerter Zinssatz bezeichnet, der für die Versorgung einer Volkswirtschaft bzw. deren Finanzsystems mit Krediten von maßgeblicher Bedeutung ist. In Europa wird der Leitzins von der Europäischen Zentralbank gesteuert, wobei der Notenbank dabei grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Zum einen kann im Rahmen von Refinanzierungsgeschäften, die sich als Kredit der Notenbank an Geschäftsbanken gegen Hinterlegung verzinslicher Wertpapiere verstehen, ein Mindestbietungssatz von der Zentralbank festgesetzt werden. Geschäftsbanken, die nicht bereit sind, diesen Zinssatz zu zahlen, erhalten keinen Kredit im Rahmen der Refinanzierungstransaktion. Zum anderen können Darlehen von der Notenbank an Geschäftsbanken auch in direkter Form erfolgen, wobei der Zins von der EZB dann festgesetzt wird. In der Eurozone ist der Mindestbietungssatz für Refinanzierungsgeschäfte auf der Basis verzinslicher Wertpapiere der maßgebliche Leitzins.
Beim zuständigen Katasteramt geführtes Register. Dort sind alle Grundstücke eines Bezirks erfasst. Die angegebenen Größen sind verbindlich und entsprechen den aktuellen Vermessungsergebnissen.
Das Liegenschaftskataster ist das amtliche Verzeichnis der Flurstücke. Es besteht aus einem beschreibenden Teil, dem Katasterbuch, darin sind alle Flurstücke des Bezirks nach Flurstücksnummer, Lage, Wirtschaftsart, Bebauung und Größe verzeichnet, und dem darstellenden Teil, dem Katasterkartenwerk. Das Grundbuch richtet sich in Bezug auf Benennung und Beschreibung nach dem Katasterbuch.
Um ein Grundpfandrecht im Grundbuch löschen zu lassen, ist neben der Löschungsbewilligung auch ein Löschungsantrag des Eigentümers erforderlich. Der Löschungsantrag muss durch einen Notar beglaubigt werden. Alternativ dazu kann der Löschungsantrag auch in einer beglaubigten Urkunde enthalten sein. Beispiel: In einem beurkundeten Kaufvertrag kann der Löschungsantrag zu einer eingetragenen Grundschuld, die im Zuge der Kaufabwicklung gelöscht werden muss, enthalten sein. Hinweis: Beide Dokumente sind zur Löschung der Grundschulen beim zuständigem Amtsgericht vorzulegen.
Urkunde, mit der der Gläubiger eines im Grundbuch eingetragenen Grundpfandrechts die Löschung der Hypothek oder der Grundschuld bewilligt. Eine andere Möglichkeit ist die Erteilung einer löschungsfähigen Quittung, bei der das Grundpfandrecht auch auf einen anderen Schuldner übertragen werden kann.
Erlischt bei einem Grundpfandrecht die gesicherte Forderung durch Zahlung, Aufrechnung bzw. Erlass oder mindert sich der geschuldete Betrag, so wird das Grundpfandrecht zur Eigentümergrundschuld. Die Berichtigung des Grundbuchs bleibt dem Grundstückseigentümer vorbehalten. Gem. Paragraph 1144 BGB kann der Grundstückseigentümer die zur Löschung des Grundpfandrechts bzw. Berichtigung des Grundbuchs benötigten Urkunden verlangen. Zu den Urkunden zählt die löschungsfähige Quittung. Hier bestätigt der Gläubiger dem Grundstückseigentümer als Schuldner die Aufgabe des Grundpfandrechts. Im Gegensatz zur Löschungsbewilligung, bei der die Grundschuld ausschließlich gelöscht werden kann, ermöglicht die löschungsfähige Quittung eine Umschreibung der Grundschuld auf einen anderen Schuldner.

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